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17.05.10 09:15 Uhr | Bereich: Neuigkeiten

Offener Brief gegen Kürzungen in der Jugendhilfe

Viele Freie Träger der Jugendhilfe und die Wohlfahrtsverbände wenden sich noch einmal öffentlich gegen die Kürzungen der Jugendarbeit durch den Freistaat Sachsen. Sie ermutigen den Dresden Stadtrat, die fehlenden Mittel zur Verfügung zu stellen. Viele Träger der Jugendhilfe haben sich in dem Aktionskreis MehrWert zusammengeschlossen und einen offenen Brief an die Stadträte versendet. Den Inhalt des Briefes finden Sie hier:

Offener Brief des Aktionskreises „Mehr Wert“
zur aktuellen Kürzung in der Kinder- und Jugendhilfe


Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrte Herren Bürgermeister,
sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,
sehr geehrte Dresdnerinnen und Dresdner,

die negative Entwicklung in der Wirtschaft des vergangenen Jahres hat große Auswirkun-gen auf die Haushaltskassen von Bund, Ländern und somit auch auf die Kommunen. Im Freistaat Sachsen erreichte die Landkreise und kreisfreien Städte die Kürzung der Jugendpauschale von 14,30 auf 10,40 EUR im laufenden Haushaltsjahr. In Dresden stehen dadurch für die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit 559.783,00 EUR Landesmittel weniger zur Verfügung.

Wir als freie Träger der Jugendhilfe, als Jugenddachverbände und Jugendorganisationen sehen die Kinder- und Jugendarbeit für Mädchen und Jungen der Landeshauptstadt Dres-den durch diese Kürzungen substantiell gefährdet.

Diese hat zu Folge, dass Projekte mit sowie für Kinder und Jugendliche, die zur Verbesse-rung der Lebensbedingungen junger Menschen beitragen und notwendig sind, stark eingeschränkt oder beendet werden. Öffnungszeiten in Jugendhäusern oder Jugendclubs werden reduziert und verschiedene soziale und kulturelle Bildungsangebote können nicht mehr durchgeführt werden. Außerdem werden notwendige Unterstützungsstrukturen aufgegeben.

Die Kürzungen führen weiterhin zu Einschränkungen von Angeboten, die der sozialen Integration sowie dem Schutz von Mädchen und Jungen dienen. Darunter zählen u.a. die Mobile Jugendarbeit / Streetwork, die Elternberatung und die Familienbildung sowie ambulante Angebote für straffällige Jugendliche. Ausgebildetes Fachpersonal mit Strukturkenntnis, die als Ansprechpartner/-innen für Kinder und Jugendliche fungieren, erfahren Stellenreduzierungen oder werden gekündigt.

Der Aktionskreis „Mehr Wert“, bestehend aus einer Vielzahl von Vereinen, Organisationen, Einzelpersonen und Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe in Dresden, wendet sich entschieden gegen die Kürzungen, sei es bei der Jugendpauschale oder der überörtlichen Kinder- und Jugendarbeit. Gerade in Zeiten der Krise brauchen wir eine ausreichende und bedarfsgerechte Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in den Bereichen Jugendhilfe, Kultur und Sport. Wir solidarisieren uns daher mit allen anderen betroffenen Bereichen des Sozialwesens.

Mit dem städtischen Widerspruch gegen die Kürzungen der Landespauschale tritt die Stadt Dresden bereits für die Wichtigkeit der Förderung von jungen Menschen und damit für den Erhalt der Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien ein. Wir fordern die Stadt daher auf, auch den logischen Folgeschritt zu gehen und gegebenenfalls ausfallende Mittel zu kompensieren.

Wir möchten Sie um Ihre Stimme bitten. Unterstützen Sie den Antrag des Jugendhilfe-ausschusses an den Stadtrat, die durch die Kürzung der Jugendpauschale fehlenden Haushaltsmittel für das Jahr 2010 zusätzlich zur Verfügung zu stellen.

Lassen Sie uns gemeinsam im Interesse unserer Kinder, Jugendlichen und Familien für den Erhalt einer bedarfsgerecht entwickelten und qualitativ hochwertigen Jugendhilfe-landschaft in der Landeshauptstadt Dresden eintreten!

Mit freundlichen Grüßen


Die Mitglieder des Aktionskreises „Mehr Wert“

Arbeitskreis kritische Sozialarbeit Dresden
Buddeberg, Sarah, stellv. Mitglied im Jugendhilfeausschuss Dresden
Büro für freie Kultur- und Jugendarbeit e.V. (Kulturbüro Dresden)
Conni e.V.
CVJM Dresden e.V.
Cyber4kids
Deutscher Kinderschutzbund, Ortsverband Dresden e.V.
Evangelische Jugend Dresden
Fanprojekt Dresden e.V.
IN VIA Kath. Mädchensozialarbeit Diözesanverband Dresden-Meißen e.V.
Kaleb Dresden e.V.
Katholische Dekanatsjugendseelsorge Dresden
Kazalla, Steve, Mitarbeiter Bürgerbüro Dr. Eva-Maria Stange, MdL
Kindervereinigung Dresden e.V.
Landesarbeitsgemeinschaft für Mädchen und junge Frauen in Sachsen e.V.
Lebenshilfe für Menschen mit geistigen Behinderungen, Ortsverband Dresden e.V.
Mädchenprojekt MAXI / MEDEA e.V.
Malwina e.V.
Männernetzwerk Dresden e.V.
Mobile Jugendarbeit Dresden Süd e.V.
Möckel, Sascha, Student
Omse e.V.
Outlaw gGmbH
Projektschmiede gGmbH
Pro Jugend e.V.
Radioinitiative Dresden e.V.
Roter Baum e.V.
Scholz, Andrea, Mitarbeiterin SPD-Fraktion im sächsischen Landtag
Seiffert, Steven, Geschäftsführer für Hochschulpolitik des Studentenrates der TU Dresden
Sportjugend Dresden im KSBD e.V.
SprecherInnenrat Dresdner Stadtteilrunden
Stadtjugendring Dresden e.V.
Stadtliga Dresden, Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege
Treberhilfe Dresden e.V.
Unternehmen Kultur gGmbH
Verbund Sozialpädagogischer Projekte (VSP) e.V.

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