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14.10.2020 | Tagespflege Dresden-Bühlau Neuigkeiten

Sächsisches Sozialministerium zeichnet ehrenamtliches Engagement in diakonischer Tagespflege Dresden-Bühlau aus

Dresden, 14. Oktober 2020. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat am 14. Oktober 2020 20 ehrenamtliche Bürger*innen für ihr besonderes Engagement mit der Annen-Medaille ausgezeichnet. Unter ihnen ist Hans-Michael Latzel, der seit 2005 ehrenamtlich in der Tagespflege Dresden-Bühlau tätig ist. Dort hält er regelmäßig Andachten und versorgt die Gäste während der Zeitungsschau mit lokalen Nachrichten, historischen Ereignissen aus Dresden und Sachsen und humorvollen Beiträgen. Die Tagespflege Dresden-Bühlau befindet sich in Trägerschaft der Diakonie Dresden. Darüber hinaus engagiert sich Hans-Michael Latzel in einer weiteren Einrichtung der Altenhilfe.

„Die ausgezeichneten Ehrenamtlichen haben sich ganz besonders verdient gemacht, sei es bei der Betreuung alter Menschen, bei der Arbeit mit Kindern, Geflüchteten oder Schwachen. Sich anderen zuwenden, Mitmenschen Hilfe in ihrer Situation zuteilwerden lassen und dabei auf den eigenen Schutz achten – das haben die heute Ausgezeichneten in besonderer Weise getan. Für dieses herausragende Engagement danke ich ihnen von Herzen“, sagte Sozialministerin Petra Köpping anlässlich der Verleihung der Annen-Medaille.

Thomas Slesazeck, Geschäftsführer der Diakonie Dresden: „Wir sind froh, dass Menschen wie Hans-Michael Latzel ihre Freizeit bei der Diakonie Dresden für Menschen einsetzen, die Hilfe benötigen. Auch für unsere Teams ist das eine große Unterstützung. Mit Andachten, Information und Unterhaltung trägt Herr Latzel ganz wesentlich dazu bei, nicht nur eine Tagespflege unter anderen zu sein, sondern ihr ein diakonisches Profil zu geben. Ein gutes Beispiel, ganz praktisch ‚Kirche für Andere‘ zu sein. Solche Ehrenämter sind fordernd, man bekommt aber auch viel zurück. Wir erleben oft, dass aus solchem Engagement Zufriedenheit und Beheimatung wachsen.“

Zur Annen-Medaille
Die Annen-Medaille wurde dieses Jahr zum 26. Mal verliehen. Jährlich erhalten bis zu 20 Bürger*innen aus ganz Sachsen diese Auszeichnung, weil sie sich herausragend und langjährig für andere Menschen engagieren und einsetzen.

Die Medaille wurde 1995 von der Sächsischen Staatsregierung zum Andenken an die wohltätige Kurfürstin »Anna von Sachsen« gestiftet. Sie ist aus Meißner Porzellan gefertigt und trägt auf der Vorderseite die Worte »helfen, pflegen, fördern«. Auf der Rückseite sind die Worte »miteinander leben, füreinander da sein« eingeprägt.
 

Interview mit Hans-Michael Latzel

Hans-Michael Latzel war von 1991 bis 2005 Mitarbeiter der Diakonie-Stadtmission Dresden, zuletzt in der Personalabteilung. Seit Beginn des Rentenalters ist er in zwei Einrichtungen der Altenhilfe ehrenamtlich tätig – in der Tagespflege Dresden-Bühlau (Träger: seit 2019 BÜLOWH gGmbH, davor via Vitam gGmbH) und in der Kurzzeitpflege Loschwitz (Träger: via Vitam gGmbH).

Warum haben Sie sich für ein Ehrenamt entschieden?
Ich hatte als Rentner Zeit und bereits Übung in der Leitung von Gesprächskreisen, so dass es naheliegend war, via Vitam – jetzt BÜLOWH – ehrenamtlich zu unterstützen.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit besonders?
Ich schätze besonders die Beteiligung und die Reaktionen der Gäste und Patienten – das Erinnern an früher, an Positives und das gemeinsame Lachen. Außerdem informiere ich gern über den Schutz vor betrügerischen Versuchen, alte Herrschaften um ihr Vermögen zu bringen.

Gibt es ein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ein besonderes Erlebnis war z. B. die Frage eines Seniors in einer Morgenandacht: „Was heißt denn Gott auf Deutsch?“. Er wollte wissen, wo Gott in seinem Alltag vorkommt. Daraufhin habe ich mit ihm darüber gesprochen, was Glaube aus meiner Sicht bedeutet.

Warum haben Sie sich für einem kirchlichen Träger entschieden?
Ich bin überzeugter Christ, via Vitam eine diakonische Einrichtung und die Diakonie Dresden meine langjährige Arbeitsstelle; sodass ich auch nach dem jüngsten Trägerwechsel weiter in der Tagespflege tätig sein wollte.

Was bedeutet die Auszeichnung mit der Annen-Medaille für Sie?
Die Auszeichnung sehe ich als Anerkennung für alle Ehrenamtlichen, sowohl in der Kurzzeit- als auch in der Tagespflege. Deshalb wird die Medaille auch dauerhaft in der Tagespflege ausgestellt.


Interview mit Thomas Eggers, Pflegedienstleiter der Tagespflege Dresden-Bühlau

Warum haben Sie Michael Latzel für die Annen-Medaille vorgeschlagen?
Herr Latzel ist ein Mann der ersten Stunde in der Tagespflege Dresden-Bühlau und eine große Bereicherung für Gäste und Mitarbeiterschaft. In mehr als 16 Jahren war er 750 Mal im Einsatz. Er steht für Kontinuität, ist zuverlässig und geräuscharm wie ein Schweizer Uhrwerk.

Was zeichnet sein besonderes Engagement aus?
Herr Latzel bringt viel Freude in die Herzen und Gesichter unserer Gäste. Mit seiner Lebenserfahrung, seinen Kenntnissen als Urdresdner und seiner positiven Einstellung sind die gemeinsamen Stunden immer sehr anregend. Für die frohe Botschaft der Bibel innerhalb der Kurzandacht ist Herr Latzel ein überzeugender und gefragter Verkünder.

Warum sind ehrenamtliche Tätigkeiten im sozialen Bereich so wichtig?
Ehrenamt im sozialen Bereich ist wichtig, um das Potenzial zur Gestaltung gesellschaftlicher Aufgaben, über die Erwerbsarbeit hinaus, auszuschöpfen. Innerhalb wertschätzender und fördernder Strukturen erfüllt Ehrenamt den Wunsch nach einer sinnstiftenden Tätigkeit, dem Geben und Nehmen sowie der Verständigung untereinander. Außerdem sorgt es für eine Ausgewogenheit bei Alter und Erfahrung innerhalb des Teams und öffnet die Einrichtung nach außen. Ehrenamtliches Engagement ist auch ein Indikator für gute Arbeitsbedingungen, denn sie beruht auf Freiwilligkeit. Und…Ehrenamt macht Freude!