30.10.2019 | Neuigkeiten

Übernachtungsmöglichkeit für wohnungslose Menschen: Nachtcafé-Saison startet am 1. November

Schutz vor Kälte und Erfrierung / Ehrenamtliche gesucht

Wohnungslose Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft und Nationalität – erhalten vom 1. November 2019 bis 31. März 2020 in den sogenannten Nachtcafés wieder eine Ruhemöglichkeit für die Nacht. Jeden Wochentag stellt eine andere Kirche ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen die Wohnungslosen, wie auch bedürftige oder einsame Gäste aus der Nachbarschaft, gemeinsam essen und sich austauschen können. Seit 1994 organisieren christliche Kirchgemeinden der Stadt Dresden über konfessionelle Grenzen hinweg jeweils im Winterhalbjahr die Nachtcafés.

Geöffnet haben:

Montag: Dreikönigskirche (Hintereingang), Hauptstraße 23, Tel. 0351 8985130
Dienstag: Christophoruskirche Dresden-Laubegast, Hermann-Seidel-Str. 3, Tel. 0351 2515332
Mittwoch: Kath. Pfarrei Heilige Familie, Meußlitzer Straße 108, Tel. 0351 2013235
Donnerstag: Ev. Gemeindehaus Loschwitz (Nähe Körnerplatz), Grundstr. 36,Tel. 0351 2150050
Freitag: Ev. Zionskirche (Nähe Nürnberger Ei), Bayreuther Str. 28, Tel. 0351 4717060
Sonnabend: Evangelisch-Methodistische Kirchgemeinde »Immanuel«, Hühndorfer Str. 22, Tel. 0351 4207325
Sonntag: Kath. Pfarrei St. Petrus (Nähe Pit-Stop), Dohnaer Str. 53, Tel. 0351 270390

Täglich von 20 bis 23 Uhr können die Gäste in die Kirchenräume kommen. Dort erhalten sie Getränke, eine warme Mahlzeit und ein Frühstück. Sie haben die Möglichkeit, zu duschen, ihre Wäsche zu waschen und trocknen zu lassen. Dafür zahlen sie pro Nacht einen symbolischen Euro. Sie können, sofern möglich, beim Tischdecken oder Reinigen helfen. Außerdem finden in den Nachtcafés Begegnungen und Gespräche mit anderen Besuchern und ehrenamtlichen Helfern statt.

Durch einen Beschluss des Dresdner Stadtrates gibt es für die Nachtcafés in der Saison 2019/2020 eine Sonderzuweisung in Höhe von 70.000 Euro. Das Geld wurde dringend benötigt, um Erneuerungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Jetzt können zum Beispiel Sanitäranlagen erneuert, Waschmaschinen, Trockner, ein Herd, Kühlschränke oder dringend benötigtes Geschirr gekauft werden.

Ehrenamtliche gesucht

Seit mehr als 20 Jahren sind insgesamt jährlich über 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in den einzelnen Gemeinden im Einsatz. Inzwischen ist ein Generationenwechsel zu beobachten: Da ältere Helferinnen und Helfer kürzer treten müssen, werden an allen Orten neue Ehrenamtliche gesucht. Sie bereiten das Frühstück vor und räumen auf, wenn die Nachtcafé-Gäste in den Tag starten. Interessierte können sich per E-Mail an Edmund Lawrenz (edmund.lawrenz(at)diakonie-dresden.de) wenden.

Über die Nachtcafés

Der Gedanke eines „Nachtcafés“ entstand vor 25 Jahren in einer Gruppe von Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden. Sie beschäftigten sich mit Wohnungslosigkeit und wollten ein niedrigschwelliges Angebot für Wohnungslose als Schutz vor Kälte und Erfrierung in Dresden schaffen. Am 6. November 1995 öffnete das erste Nachtcafé in der Dreikönigskirche Dresden. Ein Jahr später beteiligten sich bereits drei weitere Kirchgemeinden. In dieser Kontinuität ist das Angebot bundesweit einmalig und wurde u. a. mit dem Ökumenepreis des Katholikentags geehrt.

Spenden für die Nachtcafés

Für die Nachtcafés werden außerdem fortlaufend Spenden benötigt, unter anderem für Arznei- und Lebensmittel sowie Strom- und Heizkosten.

Spendenkonto:
Diakonie-Stadtmission Dresden
BIC: GENO DE D1 DKD
IBAN: DE29350601900160160160
Verwendungszweck: Nachtcafé

Kontakt für Pressevertreter: Gerd Grabowski, Sprecher des Nachtcafé-Koordinierungskreises, Tel. 0351 4034132

Foto: Roberto Eichin vom Autohaus Holm Wirthgen (3.v.l.) übergibt den Nachtcafé-Caddy an Thomas Slesazeck, Vorstand der Diakonie-Stadtmission Dresden (2.v.l.), und die Nachtcafé-Mitarbeiter. Das Auto ist auch in dieser Saison für die Nachtcafés unterwegs.