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Die Ökumenische TelefonSeelsorge Dresden feiert Jubiläum unter dem Motto „Zuversicht“
Es gibt Momente im Leben, in denen die Stille der Nacht erdrückend wirkt und die eigenen Sorgen unüberwindbar scheinen. Seit nunmehr vier Jahrzehnten gibt es in Dresden in genau diesen Augenblicken einen Lichtblick: die Ökumenische Telefonseelsorge. Am vergangenen Freitag feierte die Einrichtung ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Festakt im voll besetzten Haus der Kathedrale.
Ein Rückblick: Mutige Anfänge in bewegten Zeiten
Was heute als fest verankertes Hilfsangebot gilt, begann 1986 unter gänzlich anderen Vorzeichen. In der DDR war die Gründung eines solchen Seelsorgeangebotes ein mutiger Schritt. Die Initiative ging 1983 von engagierten Christ:innen beim Dresdner Kirchentag aus und wurde schließlich durch die Zusammenarbeit des evangelischen Landeskirchenamts, des Bistums Dresden-Meißen und der evangelisch-methodistischen Kirche in Sachsen realisiert.
Eckhart König, der die Telefonseelsorge Dresden über 25 Jahre leitete, erinnerte in Vorbereitung auf die Jubiläumsfeier an diese Zeit: Gespräche für 20 Pfennig aus der Telefonzelle, die ständige Ungewissheit, ob die Staatssicherheit mithörte, und die Schulung der Ehrenamtlichen, um das Fortbestehen der Einrichtung durch politisch brisante Themen nicht zu gefährden. Aus den begrenzten Abendstunden der Anfangsjahre ist heute ein 24-Stunden-Netzwerk geworden.
Wandel und Beständigkeit: Seelsorge im digitalen Zeitalter
Seit 1994 ist die Ökumenische Telefonseelsorge Dresden in Trägerschaft der Diakonie Dresden. Sie wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden, den Freistaat Sachsen, die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und das Röm.-Kath. Bistum Dresden-Meißen. Sie ist Teil eines bundesweiten Netzwerkes. Doch auch wenn sich die Technik gewandelt hat, denn heute wird neben dem Telefon auch intensiv per Online-Chat Seelsorge angeboten, ist der Kern der Arbeit identisch geblieben: „Wir bieten einen geschützten Raum zum Aussprechen, Sortieren und Verstehen. Dabei sind wir für alle Menschen für die Dauer eines Gesprächs vorbehaltlos und respektvoll da“, erläutert Koordinatorin Katharina Pruggmayer-Gruhn. Aktuell leisten 105 Ehrenamtliche diesen unschätzbaren Dienst an der Gesellschaft. Sie schenken Anonymität und ein offenes Ohr in einer Welt, die immer schnelllebiger und komplexer wird. Besonders junge Menschen finden zunehmend über die Chat-Seelsorge einen Zugang zu diesem Hilfsangebot.
Ein Festvortrag, der Mut macht
Der Höhepunkt der Jubiläumsfeier war der Festvortrag der renommierten Theologin und Autorin Melanie Wolfers. Vor ausgebuchtem Saal sprach sie über das Thema „Nimm der Ohnmacht ihre Macht. Die Kraft der Zuversicht entdecken.“ In einer Zeit, die viele als krisenhaft erleben, traf Wolfers den Nerv des Publikums. Sie verdeutlichte, wie wichtig es ist, trotz schwerer Phasen die eigene Handlungsfähigkeit nicht aus den Augen zu verlieren – eine Botschaft, die das tägliche Wirken der Telefonseelsorge Dresden perfekt widerspiegelt. Der Festvortrag fand in Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen statt.
Beim vorausgegangenen Empfang nutzten zahlreiche Ehrengäste, Wegbegleiter:innen und aktive Unterstützer:innen die Gelegenheit, auf die vergangenen vier Dekaden zurückzublicken und das Engagement der vielen Freiwilligen zu würdigen. „Die Geschichte der Telefonseelsorge Dresden zeigt, wie aus der Ohnmacht wieder Kraft entstehen kann, wenn man nicht allein gelassen wird. Unser Dank gilt heute allen, die in den vergangenen 40 Jahren mitgeholfen haben, dass dieses Netz der Zuversicht hält und auch in Zukunft ratsuchende Menschen auffängt“, betont Pfarrer Thomas Slesazeck, Geschäftsführer der Diakonie Dresden.
Gemeinsam in die Zukunft
Damit dieser Dienst auch weiterhin verlässlich rund um die Uhr erreichbar bleibt, baut die Einrichtung weiterhin auf vielfältiges Engagement durch Spenden oder durch Menschen, die bereit sind, sich selbst zu ehrenamtlichen Seelsorger:innen ausbilden zu lassen. So bleibt die Telefonseelsorge Dresden auch nach vier Jahrzehnten eine feste Anlaufstelle für alle, die in Krisenmomenten Unterstützung suchen.
Spendenkonto:
Kontoinhaber: Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden gGmbH IBAN: DE29 3506 0190 0160 1601 60BIC/SWIFT-Code: GENO DE D1 DKDInstitut: Bank für Kirche und DiakonieVerwendungszweck: Telefonseelsorge
Auf unserer Seite finden Sie weitere Infos zur Telefonseelsorge Dresden und zur ehrenamtlichen Seelsorgearbeit am Telefon. Der nächste Ausbildungskurs startet im Januar 2027 und dauert ein Jahr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, unter telefonseelsorge@diakonie-dresden.de bzw. (0351) 49 40 030 Kontakt aufzunehmen.
Zahlen & Fakten zur Ökumenischen TelefonSeelsorge Dresden
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