Institutioneller Kinderschutz im Fokus: Abteilungsfachtag Kindertagesbetreuung setzt starke Impulse

Mit viel Aufmerksamkeit, intensiver Mitarbeit und eindrücklichen neuen Perspektiven widmete sich der Fachtag dem institutionellen Schutz von Kindern.

Der Schutz von Kindern ist eine der wichtigsten Aufgaben in unseren Kitas. Deshalb widmete sich der inzwischen 6. Fachtag der Abteilung Kindertagesbetreuung am 4. September ganz dem Thema institutioneller Kinderschutz. Diese für alle pädagogischen Fachkräfte aus den Kitas und dem Hort der Diakonie Dresden verbindliche Veranstaltung diente dazu, als gesamte Abteilung ein gemeinsames Verständnis, klare Verfahren und eine gelebte Schutzkultur weiter zu stärken.

Durch den Tag führte Referentin Heike Mann, Leiterin der AWO-Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche „Shukura“. Trotz insgesamt dreier Impulsreferate von jeweils rund einer Stunde blieb die Aufmerksamkeit im Plenum durchweg hoch – am Ende mit nicht enden wollendem Applaus für die Referentin.

Digitale Methode und engagierte Gruppenarbeit
Ein digitales Beteiligungstool hat sich beim Fachtag besonders bewährt. Es erwies sich sowohl im Plenum als auch in den Gruppenphasen als passende Methode, um viele Stimmen einzubeziehen und Erfahrungen sichtbar zu machen. In den Arbeitsphasen zeigten die Teilnehmenden eine hohe Arbeitsbereitschaft. Sie reflektierten Risiken und Schutzfaktoren in ihren Einrichtungen, diskutierten konkrete Situationen aus dem Alltag und überlegten gemeinsam, wie das vorhandene Schutzkonzept noch besser gelebt werden kann.

Abteilungsleiterin Susanne Jetter zieht ein sehr positives Fazit des Tages:
„Unser Ziel war, alle noch einmal abzuholen und auf unserem Weg im institutionellen Kinderschutz einzuschwören. Besonders wertvoll war, dass wir von einer externen Expertin noch einmal eine klare Bestätigung für unseren bisherigen Prozess, die Bedeutsamkeit der entwickelten Handlungsleitfäden und viele Ideen für die anstehende Aufgabe eines Verhaltenskodex sowie für eine lebendige Feedbackkultur bekommen haben.“

Neu: Blick auf die Strategien von Täter:innen
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Tages lag auf dem Aspekt der sogenannten Täter:innenstrategien. „Dieser Blick hat bei vielen spürbare Betroffenheit ausgelöst“, ergänzt Susanne Jetter. Diesem Perspektivwechsel wurde sich didaktisch durch ganz spezifische Einstimmungsfragen während der Gruppenarbeitsphase genähert. Nun wird zu beobachten sein, wie diese Impulse im Nachgang konkret in unseren Kitas und im Hort nachwirken werden.

Mit dem Fachtag, der in der Evangelischen Hochschule Dresden stattfand, wurde der mehrjährige Prozess zum institutionellen Kinderschutz in den Kindertageseinrichtungen der Diakonie Dresden noch einmal sichtbar gemacht, gestärkt und abgeschlossen. In den vergangenen drei Jahren wurden intensiv Risiken analysiert, Schutzfaktoren herausgearbeitet und verbindliche Handlungsstandards für die Einrichtungen der Diakonie Dresden entwickelt, die nun weiter im Kita-Alltag verankert werden. So soll sichergestellt werden, dass der Schutz von Kindern und die Sensibilität für grenzüberschreitendes Verhalten dauerhaft Teil der gelebten Praxis bleiben.

Dieses Bild zeigt den Hörsaal in der Evangelischen Hochschule Dresden, in dem der Abteilungsfachtag stattfand. Das Publikum ist von hinten zu sehen. Vorne steht Referentin Heike Mann während ihres ersten Impulsreferats.
© Diakonie Dresden